Wetter
Riskanter Temperatursturz
Das Tief „Michaela“ verdrängt die sommerliche Warmluft nach Osten. Dabei regnet es ausgiebig, die Temperatur kühlt spürbar ab. Wer während der ersten Regentage die Konfrontation mit der garstigen Witterung meidet, erlebet einen rasanten Temperatursturz: von 30°C auf 14°C. Darunter leidet nicht nur bei wetterempfindlichen Menschen auch die Gesundheit.
Im Nordosten und Osten Mitteleuropas hält sich noch ein Rest schwülwarmer Sommerluft mit 31°C. Dort toben Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen – andere Landschaften Mitteleuropas haben den turbulenten Luftmassenwechsel bereits durchlitten. In Freiburg (Baden-Württemberg, Deutschland) wurden gegen 17:00 Uhr zahlreiche Straßen überflutet, mehrere Bäume stürzten um. Um 21:00 Uhr beendete in Mainz (Rheinland-Pfalz, Deutschland) ein Unwetter das Technofestival "Love Family Park" mit 17.500 Besuchern.
Inzwischen erfasste der Regen auch die Landstriche zwischen Erzgebirge, Thüringer Wald und Nordsee. Dabei werden verbreitet zwischen 30 und 50 l/m2 erwartet, mancherorts auch über 70 l/m2. Dann kühlt sich auch hier die Luft merklich ab. Durch Wind und Regen sinkt die gefühlte Temperatur aber noch deutlich stärker; örtlich um mehr als 15°C innerhalb von 24 Stunden.
Ein derart drastischer Temperatursturz provoziert auch im Sommer bei Menschen mit Rheuma Gelenkschmerzen. Für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht sich das Infarktrisiko. Denn bei extremen Kältereizen ziehen sich die Adern stark zusammen, dadurch steigt der Blutdruck und damit die Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.
Doch auch Menschen ohne anhaltende Gesundheitsprobleme leiden unter der plötzlichen Kälte. Die Konzentrationsfähigkeit sowie die Motivations- und Leistungsbereitschaft schwinden, dafür steigt die Wahrscheinlichkeit für Muskelverkrampfungen. Dafür verbessert sich zumeist die Schlafqualität – wenn nicht das Geflacker und Getöse eines Gewitters die Nachtruhe stören.
Quellen: Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann: Temperatursturz mit viel Regen. Thema des Tages, Newsletter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 08.07.2014
Westermann, H. (2014): Temperatursprung provoziert Herzinfarkt. Menschenswetter Artikel 1058, online veröffentlicht am 08.07. 2014
Erstellt am 8. Juli 2014
Zuletzt aktualisiert am 8. Juli 2014

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